
21/02/2008, 13h23
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 | Animateur | | Date d'inscription: mars 2007 Localisation: HL - Allemagne Âge: 23
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| Ein radikaler Muslim in der Bundesliga? Citation: Viele Spitzenklubs der Bundesliga sind am Züricher Spielmacher Yassine Chikhaoui interessiert. Das könnte sich nun ändern: Der Tunesier gab ein Interview, in dem er Verständnis für radikale Muslime äußerte. Jetzt will er das so nie gesagt haben. Der Hamburger SV hat bereits das Interesse an Chikhaoui verloren.
Yassine Chikhaoui war wütend, als er am Mittwoch im Hotel Interconti in Hamburg eintraf. Eigentlich wollte sich der Spielmacher des FC Zürich vor dem Rückspiel in der Uefa-Cup-Zwischenrunde beim Hamburger SV am Donnerstag (17 Uhr, als Konferenz live im DSF) ausschließlich auf die bevorstehende sportliche Herausforderung konzentrieren.
Schließlich verlor Zürich das Hinspiel mit 1:3, und mit einer guten Leistung könnte der umworbene Star der Schweizer weitere Vereine auf sich aufmerksam machen – bislang wurde er von Bayern München, Werder Bremen, Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV beobachtet. Doch stattdessen muss sich der 21 Jahre alte Tunesier in diesen Tagen mit dem Vorwurf auseinandersetzen, ein radikaler Moslem zu sein.
Auslöser ist ein Interview des „SonntagsBlick“ mit Chikhaoui. Darin fragt ihn die Schweizer Zeitung, wie er als gläubiger Moslem zu den Drohungen stehe, die Zeichner der Mohammed-Karikaturen töten zu wollen. Dänische Zeitungen hatten wiederholt Karikaturen des islamischen Propheten gedruckt. „Ich denke, das ist normal. Die Leute sind wütend und verärgert. Es wäre auch nicht richtig, wenn man bei uns eine Karikatur von Jesus zeichnen würde“, wird Chikhaoui zitiert. Und weiter: „Religion ist wichtig für alle. Für mich, für Sie, für die Juden. Für einen Muslim sind diese Karikaturen sehr schlimm. Deshalb kann ich die Reaktionen auch verstehen.“ „Ob man ihn töten soll? Das ist Sache Gottes“
Eine weitere Frage in dem Interview lautet: „Können Sie verstehen oder finden Sie es richtig, dass der Karikaturist getötet werden soll?“ Chikhaouis Antwort: „Ob man ihn töten soll? Ich will nicht sagen, ob es richtig ist, ihn zu töten oder nicht. Das ist Sache Gottes.“
Das Interview löste in Deutschland Empörung aus. Die „Bild“-Zeitung fragte in ihrer Ausgabe: „Sympathisiert er mit radikalen Muslimen?“ Chikhaouis Berater Carlos Fleischmann wollte den Artikel in der „Bild“-Zeitung mit einer einstweiligen Verfügung verhindern. Er betonte gestern, dass Chikhaoui falsch verstanden worden sei und sich nie so geäußert habe. „Das ist an den Haaren herbeigezogen, meinem Klienten wurden die Worte im Mund verdreht. Yassine ist mitnichten radikal“, sagte Fleischmann WELT ONLINE. Chikhaoui sagt in dem Interview, dass er fünfmal täglich bete und in die Moschee gehe. Fleischmann zufolge ist der Profi ein sozialer und friedvoller Mensch: „Er ist ein ganz feiner Kerl, der armen Menschen hilft und mit anderen Religionen gar kein Problem hat. Er ist wegen der Vorwürfe stinksauer“, sagte der Berater. Alexander Kuszka, Vereinssprecher des FC Zürich, und Vereinspräsident Ancillo Canepa hatten das Interview autorisiert. „Ich habe keine anstößigen Passagen gefunden“, sagte Canepa dem „Blick“. Chikhaoui extremistisches Gedankengut andichten zu wollen, sei „absurd und bösartig“. Die beiden Redakteure des „SonntagsBlick“ hatten das Interview auf Französisch geführt. Sie zeichneten es auf Band auf und transkribierten es. Carlos Fleischmann kritisiert, dass er das Interview vorher nicht zu lesen bekam. Beeinflusst der Eklat seine Karriereplanung?
Fraglich ist nun, inwiefern der Eklat um Chikhaoui seine Karriereplanung beeinflusst. Denn obwohl er in Zürich einen Vertrag bis 2012 besitzt, träumt er davon, schon in der nächsten Saison in einer großen Liga wie der Bundesliga zu spielen. Bislang schien diese Hoffnung auch berechtigt: 2006 wurde er zu Tunesiens Fußballer des Jahres gewählt. Aufgrund seiner exzellenten Technik vergleichen Fans ihn mit dem französischen Weltmeister Zinedine Zidane.
Der Hamburger SV allerdings ist schon nicht mehr an Chikhaoui interessiert – nicht wegen des Interviews, sondern aus sportlichen Gründen. Zudem soll die Ablöse für Chikhaoui bei zehn Millionen Euro liegen. Und auch bei Bayer Leverkusen steht der Tunesier nicht besonders hoch im Kurs. „Wir haben den Spieler schon intensiv beobachtet, als er noch nicht beim FC Zürich war. Allerdings hat er aus finanziellen Gründen bei unseren Personalplanungen keine oberste Priorität“, sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser WELT ONLINE. Zu den Vorwürfen, Chikhaoui sei ein radikaler Muslim, wollte sich Holzhäuser nicht äußern. Für den FC Zürich kommen die Vorwürfe gegen den Spielmacher zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Mannschaft ist ohnehin verunsichert, von den vergangenen sechs Liga-Spielen gewann sie nur eins.
| Quelle: WELT ONLINE
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