| Kanada setzt USA auf Liste von Folter-Staaten Kanada setzt USA auf Liste von Folter-Staaten Kanada hat seine engen Verbündeten USA und Israel auf eine Liste von Staaten gesetzt, in denen Gefangenen Folter droht. Wie der kanadische Fernsehsender CTV berichtete, existiert ein Lehrgangs-Dokument mit entsprechenden Hinweisen im Außenministerium in Ottawa.
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Die USA und Israel werden demnach neben ihren Erzfeinden Syrien und Iran als Staaten erwähnt, in denen ein großes Risiko besteht, im Gefängnis gefoltert zu werden. Auch China und Afghanistan werden in dem Dokument als Folter-Staaten aufgelistet. Ein Sprecher des kanadischen Außenministeriums, Neil Hrab, erklärte, das Lehrgangsmaterial sei "kein politisches Dokument"; es spiegele "nicht die Meinung oder die Politik der derzeitigen Regierung wider".
Das Dokument wird laut CTV in Kursen für Diplomaten verwendet, die in ausländische Gefängnisse geschickt werden könnten und die daher für mögliche Folter-Fälle sensibilisiert werden sollen. Der Text beschreibt den Angaben zufolge "amerikanische Verhörmethoden", die den "Zwang zur Nacktheit, Isolation und Schlafentzug" beinhalten. Als Beispiel wird das US-Gefangenenlanger Guantanamo auf Kuba genannt. In Guantánamo wird der junge Kanadier Omar Khadr gefangen gehalten, der als 15-Jähriger in Afghanistan eine Granate auf einen US-Soldaten geworfen haben soll. Der Militäranwalt des heute 21-Jährigen, Bill Kuebler, sagte in einem Interview von CTV, er sei erstaunt, dass sich die kanadischen Behörden nicht für Khadr einsetzten, wenn sie von Folter in Guantánamo ausgingen. Andere westliche Staaten hätten die Freilassung ihrer Guantánamo-Häftlinge erreicht, betonte er.
Die Sensibiliserung kanadischer Diplomaten für Folter dürfte mit dem Fall des syrischstämmigen Kanadiers Maher Arar zusammenhängen. Dieser war 2002 aufgrund falscher Behördenangaben in den USA festgenommen und nach Syrien ausgeliefert worden, wo er ein Jahr lang im Gefängnis saß und nach eigenen Angaben gefoltert wurde. Eine Untersuchungskommission sprach Arar 2006 vom Vorwurf des Terrorismus frei. Die kanadische Regierung entschuldigte sich und zahlte eine Millionensumme als Schadenersatz. |