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Vieux 13/12/2007, 09h08
Avatar de Nemesis
Ray of Light
 
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Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom Nemesis a une réputation au-delà de tout renom
Kinderarbeit

Hallo. Ich heiße Jivian und bin 7 Jahre alt. Ich lebe in Indien.

Eigentlich geht es mir ganz gut. Seit ich Amoda kenne. Amoda ist meine beste Freundin. Sie ist die beste Freundin von allen. Amoda bedeutet Glück. Und das tut sie auch. Sie bringt Glück, mir und unseren Arbeitskollegen. Ich bewundere Amoda. Sie ist so viel stärker als ich. Wenn ein Teppich schlecht ist, sagt sie immer, sie ist schuld. Auch wenn es gar nicht stimmt. Dann fesseln sie die Buta-Männer immer an den Baum neben dem Schlafsaal und sie schlagen sie oft. Aber weinen tut Amoda nie. Sie hat auch ganz viele Narben, aber sie sagt, so ist sie nur noch hübscher. Ich finde das nicht, aber das sag ich ihr nicht.
Samstag ist mein Lieblingstag. Da essen wir Kochuri. Das ist warm und weich und die Erbsen sind so lecker. Sonst gibt es immer Nan.
Nilay mochte Samstage nie. Erst seit Amoda da ist. Nilay weint nämlich viel. Er ist jetzt schon fünf Jahre alt und die Buta-Männer sagen, er darf nicht mehr weinen, wenn er so groß ist. Aber er hat Rückenschmerzen, er hinkt auch und geht ganz krumm. Und er will zu seinen Eltern. Er sagt, er will sie nochmal sehen und sie sich merken. Er ist nämlich fast blind. Das sind die meisten hier.
Darum weint Nilay so viel. Und dann bekommt er samstags nichts zu essen.
Bis Amoda kam, war das so. Jetzt gibt sie ihm ihr Essen. Mädchen brauchen nicht so viel, sagt sie, sie will nämlich nie dick werden. Nie so wie die Buta-Frauen. Aber ich glaube nicht, dass sie dick sein kann.
Vielleicht heirate ich sie mal. Wenn ich ganz viele Teppiche gewebt habe und viel Geld habe. Jetzt hab ich noch keines. Ich muss erst besser werden, sagen die Buta-Männer.
Dann wohnt Nilay bei uns. Und seine Eltern.
Das erzähl ich ihm mal. Dann weint er bestimmt weniger. Und dann kann Amoda wieder ihre Erbsen essen. Dass man ihre Rippen nicht mehr sieht.
"Quatsch", sagt sie, "die sieht man gar nicht!"

**********************

Kinderarbeit ist in Indien kein Tabuthema. Fast täglich berichtet die indische Presse über die Ausmaße wirtschaftlicher Ausbeutung von Kindern. Die Liste der Verstöße gegen das offizielle Verbot von Kinderarbeit, wie es im Child Labour Prohibition and Regulation Act von 1986 festgeschrieben wurde, ist lang, das Gesetz wird allenfalls halbherzig durchgesetzt.
Armut gilt als Hauptursache für Kinderarbeit und ist gleichzeitig eine ihrer Folgen. Denn die wenigsten arbeitenden Kinder finden noch Zeit für die Schule. Ohne eine einheitliche Regelung der Schulpflicht, weit reichende Bildungsreformen und Aufklärungsarbeit für die Ärmsten der Bevölkerung scheint sich dieser Teufelskreis nicht durchbrechen zu lassen.

Zahlen und Fakten

Indien ist voller Gegensätze. Armut und Reichtum, Tradition und Moderne, Emanzipation und Diskriminierung sind die Extreme, zwischen denen sich das südasiatische Land bewegt. Als so genanntes Schwellenland verfügt Indien über das Know-how und die Ressourcen zum Bau von Atombomben und gibt jährlich mehrere Milliarden Dollar zu Rüstungszwecken aus. In der IT-Branche steht Indien mit an der Weltspitze und entsendet Spezialisten ins Ausland. Vor allem aber ist Indien ein Land, in dem etwa ein Drittel der Menschen an oder unterhalb der Armutsgrenze lebt und rund 48 Prozent aller Inder über 5 Jahre weder lesen noch schreiben können. Rund 70-80 Millionen Kinderarbeiter gehen nicht zur Schule, weil sie für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen müssen. Fehlende Bildungsreformen und weit gehende Straffreiheit für die Ausbeutung von Kindern haben Indien die höchste Kinderarbeitsquote der Welt beschert. Tendenz steigend.
Sie arbeiten als Hausmädchen, werden als Prostituierte verschleppt, sammeln Müll, verdingen sich in der Teppich- und Textilindustrie, arbeiten in den Fabriken der Streichholz- und Feuerwerksherstellung. Die Arbeitsbedingungen sind denkbar schlecht. Oft müssen die Kinder bis zu 14 Stunden in einer gesundheitsschädlichen und gefährlichen Umgebung schuften, um einen minimalen Lohn nach Hause zu bringen. Die gesundheitlichen Folgen reichen von Rückgradverkrümmungen durch zu schweres Heben und gebücktes Sitzen über Lungenkrankheiten, hervorgerufen durch Staub und Flusen, bis zu Infektionskrankheiten und Ekzemen, die sich die Kinder z.B. bei der Arbeit auf Müllkippen zuziehen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der auf dem Land lebenden Kinder früh von den Eltern getrennt wird, weil in den Großstädten und Ballungszentren Indiens die Aussicht auf Arbeit höher ist. Die Hoffnungen vieler Eltern, die sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder wünschen und nicht selten auf die Versprechungen der Arbeitsvermittler, sie würden die Kinder zur Schule schicken, hereinfallen, werden meist enttäuscht.

Geschäft Kinderhandel

Die Situation auf dem Land, wo die meisten Kinder Indiens (90 Prozent) arbeiten, gestaltet sich nicht besser. Im Gegenteil, denn hier hat sich eine Art von Kinderhandel etabliert. Die Rede ist von Schuldknechtschaft, die hauptsächlich Dalit ("Kastenlose"), Adivasi (Indigene) und Angehörige niederer Kasten betrifft. Die Armut zwingt die Menschen, ihre Kinder gegen eine Kreditsumme dem Arbeitgeber zu entleihen. Von diesem Zeitpunkt an sind die Kinder das Sicherheitspfand für das entliehene Geld. Die 6- bis 12-jährigen müssen dafür im Haushalt, auf den Feldern, beim Vieh oder in Fabriken für einen Hungerlohn arbeiten. Meist sind die Eltern nicht einmal in der Lage, die Zinsen für den Kredit zurückzuzahlen. Die Kinder werden dann, so ab dem 12. Lebensjahr, wenn sie als vollwertige Arbeiter gelten, an andere "Eigner" weitergereicht. Nicht selten werden so die Schulden und die Knechtschaft an die nächste Generation weitervererbt. Das Geschäft mit der Armut floriert trotz gesetzlichem Verbot von Schuldknechtschaft. Das Gesetz zum Schutz der Dalit und Adivasi vor Gewalt und Misshandlungen (1989) verbietet ausdrücklich die Ausbeutung dieser Bevölkerungsgruppen. Die Realität liefert ein anderes Bild, was darauf schließen lässt, dass die Behörden vor Ort die gesetzlichen Bestimmungen geflissentlich übergehen.
Soweit die Situation. Welche Auswege sind denkbar? Zweifellos sind Armutsbekämpfung und die Strafverfolgung von Arbeitgebern, die Kinder ausbeuten, wichtige Schritte. Und die Kinder müssen die Möglichkeit zum Schulbesuch haben. Dafür ist eine Bildungsreform, die die Kinder der unteren Gesellschaftsschichten besonders fördert, dringend nötig. Aber auch ihre Eltern müssen umdenken: viele sehen keine Veranlassung ihre Kinder in die Schule zu schicken, weil sie darin keinen Nutzen erkennen können. Zudem erschweren traditionelle patriarchalische Denkmuster den Emanzipationsprozess. Besonders die indischen Frauen bekommen dies ein Leben lang zu spüren.

Schicksal Mädchen

Noch heute ist die Geburt eines Mädchens in Indien, zumindest in den benachteiligten Bevölkerungsschichten, kein Freudentag. Der Grund dafür ist so einfach wie erschütternd: Mädchen sind in der indischen Gesellschaft weniger wert als männliche Nachkommen. Mädchen werden häufiger abgetrieben oder nach der Geburt getötet, ihre Sterblichkeitsrate vor dem fünften Geburtstag liegt um 43 Prozent höher als die der Jungen. Mädchen werden nicht so lange gestillt, bekommen weniger und schlechtere Nahrung, und im Krankheitsfalle ist die Wahrscheinlichkeit einer ärztlichen Untersuchung gering. [...]

Schule contra Diskriminierung

Der Schnitt durch die indische Gesellschaft, der arm von reich trennt, macht sich nicht zuletzt am Schulsystem bemerkbar. Qualitativ unterscheidet sich das Bildungssystem kaum von dem einer westlichen Nation. Der Besuch staatlicher Schulen ist gebührenfrei, und private Schulen stellen Stipendien für die sozial benachteiligten Kinder zur Verfügung. Bezahlt werden müssen also vor allem die Unterrichtsmaterialien, Uniformen oder Fahrgeld, sieht man von dem ausgebliebenen Lohn durch die Arbeit der Kinder ab.
Aber viele Familien können auch dieses Geld nicht aufbringen, und es gibt es eine Reihe weiterer Gründe, warum die Kinder den Schulen fern bleiben. Oft ist der Unterricht langweilig und lebensfern und wenig auf die Bedürfnisse des lokalen Arbeitsmarktes ausgerichtet. [...]
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When I despair, I remember that all through history the ways of truth and love have always won. There have been tyrants, and murderers, and for a time they can seem invincible, but in the end they always fall. Think of it - always!
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