| Nahost-Konflikt für Anfänger Wir sind nicht so verschieden wie wir manchmal denken wollen. Christen, Moslems und Juden glauben an ein und den selben Gott. Nur das die Christen ihm eine Dreieinigkeit geben, die Juden sieben Namen haben die sie nie aussprechen und die Moslems ihn Allah nennen. Abgesehen von diesen Kleinigkeiten - und ich sage dies sehr bewusst - ist der Gott der selbe.
Es ist quasi genauso wie bei einem guten gemeinsamen Freund. Während ich Sebastian zu ihm sage, nennt ein anderer Kumpel ihn ausschließlich Sepp und seine Freundin hat viele Namen für ihn, von denen wir anderen nur die ungefährlichen kennen.
Aber er ist trotzdem unser gemeinsamer Freund. Er verbindet uns mit einander. Ohne ihn würden wir uns wahrscheinlich gar nicht kennen.
Religion leicht gemacht was? Leider ist die Sache weitaus komplizierter. Würden wir uns darauf einigen, dass es im Grunde egal ist WIE wir mit unserem Freund leben, dass es im Grunde nur darauf ankommt DAS wir mit ihm leben, wir hätten keine Probleme mehr. Unglücklicherweise kann Gott sich nicht dagegen wehren, dass jeden der ihn Verehrenden denkt er hätte den einzig wahren Weg zu ihm gefunden.
Noah Gordon legt in seinem Buch "der Medicus" Mirdin Askari (einem Juden) folgende wunderschönen Zeilen in den Mund: "Ich stelle mir das Paradies als Garten vor der von einem Fluß abgegrenzt wird den hunderte Brücken überqueren. Wenn Gott diesen Garten geschaffen hat um uns zu erfreuen wird es ihn kaum stören welche Brücke wir nehmen..."
Aber genug von der Religion. Auch wenn sie der Zankapfel im Nahen Osten ist, oder zumindest ein Teil davon.
Der andere Teil ist weitaus weniger leicht zu umgehen. Denn der Staat Israel wird immer ein Fremdkörper im Palästinensischen Delta sein.
Seit dem ersten Weltkrieg schwelt dort unten ein Flächenbrand, den wir bislang tapfer ignoriert haben. Dabei ist dieser Konflikt hausgemacht. Nach dem Zerfall des Ottomanischen Reiches teilten die Siegermächte die Staaten unter sich auf, ohne nachzufragen oder auch nur nachzudenken, wie die Grenzen vorher verliefen.
Zwar hat es davor schon Einwanderungswellen gegeben, zwischen 1892 und 1903 flüchten 30.000 Juden aus Osteuropa nach Palästina, allerdings ohne einen eigenen Staat im Handgepäck zu führen.
1897 wird auf dem ersten Zionistenkongreß in Basel, die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in dem damals unter osmanischer Herrschaft stehenden Palästina fordert.
OHNE die dort lebende Bevölkerung auch nur annähernd in die Planung mit einzubeziehen.
Am 2. November 1917sichert die Britische Regierung den politischen Zionisten ihre Unterstützung bei der Schaffung einer "jüdischen Heimstätte" in Palästina zu (Balfour-Deklaration ).
Nicht aus purer Nettigkeit - nein, nein - Briten, Franzosen, Amerikaner und Deutsche wollen ihre Juden aus dem Land haben. Aber wohin mit ihnen? Ein eigener Staat für die Verhassten wäre geradezu ideal!
Bei der Konferenz der Alliierten in San Remo am 24. April 1920 wird Großbritannien das Mandat für Palästina zugetragen. Im Dezember desselben Jahres verlangt der dritte palästinensische Kongress eine einheimische Regierung. Sie wird ihm verwehrt.
1932 bis 1938 kommt es im Zuge der zunehmenden Verfolgung der Juden in Europa zu einer massiven Einwanderungswelle. Die sogenannte fünfte Alija bringt weitere 250 000 Juden nach Palästina.
Dass das den arabischen Palästinensern nicht schmeckt ist ihnen noch nicht einmal zu verübeln.
1939 kommt es zu massiven Unruhen wegen der britischen Mandatspolitik und den Kolonisierungsversuc hen der zionistischen Gruppen.
Während dem zweiten Weltkrieg kehrt vorerst eine zweifelhafte Ruhe ein.
Am 29. November 1947 beschließt die UN-Vollversammlung mit der Resolution 181/II die Teilung Palästinas als Ganzes und die Gründung eines jüdischen und eines arabischpalästinensi schen Staates sowie die Internationalisierun g des Gebietes von Jerusalem. Wie immer ohne die betreffenden Menschen der Region zu fragen.
Gut ein halbes Jahr später, am 14.Mai 1948 wird der Staat Israel offiziell ausgerufen. Israel wird unabhängig und absorbiert in seinen ersten vier Jahren über 700.000 Immigranten.
Mit der Proklamation des Staates Israel beginnt es für die arabischen Palästinenser eng zu werden. Arabische Armeen beginnen mit einem Angriff auf Israel den ersten arabischisraelischen Krieg (Unabhängigkeitskrie g).
Am 11. Dezember 1948 bekräftigt eine UN-Resolution das Recht auf Rückkehr oder Wiedergutmachung für Palästinenser.
1950: Israel verabschiedet das Rückkehrergesetz, dass das Recht eines jeden Juden auf Einwanderung nach Israel bestätigt.
Seit dem haben die Juden sich in "ihrem" Staat festgebissen und man sollte eines nicht vergessen: Dieser Staat entstand ohne die Einwilligung der dort lebenden arabischen Bevölkerung.
Im Endeffekt kann man sagen, dass es sich um nichts anderes handelte als wenn eines schönen Tages ein Mann samt Familie auf dem Grundstück deiner Eltern erscheint und sagt, dass dieser Fleck Erde - auf dem ihr seit vielen Generationen lebt - ihm gehören würde, weil seine Vorfahren vor knapp zweitausend Jahren hier gelebt hätten und das er dadurch ein Recht darauf habe hier anstatt deiner zu leben.
Bekräftigt wird sein Anspruch von Menschen, die weder Dich noch deine Eltern und Großeltern kannten und kennen. Denen es eigentlich egal ist WER auf Deinem Grundstück lebt.
Würdest Du sagen "Okay, ich geh dann halt mal! Viel Spaß beim bauen und nix für ungut."?
Ich nicht und das würde auch kein anderer.
Den einen wurde ein Land gegeben, dass sie sich seit ihrer Vertreibung zurückgewünscht haben, während den anderen genau dieses Land genommen wurde.
Nichtsdestoweniger ist die Situation des Nahostkonfliktes aus brachialem Unrecht entstanden.
Unrecht, dass von europäischer Seite verursacht und von israelitischer Seite ausgenutzt wurde.
Will man den Nahostkonflikt beheben muß man das Übel an der Wurzel packen. Doch einen gemeinsamen Staat, mit einer gemeinsamen Regierung und gemeinsamen Schulen wird es in Palästina wohl nie geben. by me, vor etlichen jahren aus dem pw-grundkurs
__________________ When I despair, I remember that all through history the ways of truth and love have always won. There have been tyrants, and murderers, and for a time they can seem invincible, but in the end they always fall. Think of it - always! |