Botho Strauß schreibt beschssen, ich kann ihn net leiden, aber ich muss da durch..aber immerhin habe ich nun hérausgefunden, warum er das mythologische in seine Werke hineinbringt

ie Funktionen des Mythos sind vielfältig.Neuere Mythentheorien betonen besonders die Fähigkeit des Mythos, das Übermächtige, Schicksalhafte und Angsterregende zu depotenzieren: Blumenberg etwa betont die Leichtigkeit des Mythos im Umgang mit den Mächten und Göttern, die große Variabilität der mythischen Erzählungen und ihr unerschöpfliches imaginatives Potential. Den Polytheismus der Mythen begreift er in diesem Sinn als Aufspaltung und Depotenzierung des Übermächtigen, im Gegensatz zur monotheistischen Vereindeutigung, aus der Obligationen, Zwänge und Dogmen erwachsen.3
Neben die Selbstermächtigung des Menschen stellt Lévi-Strauss, der französische Soziologe und Ethnologe, eine andere Funktion des Mythos: Der Mythos habe die Fähigkeit, Gegensätze und Aporien bewußt zu machen, er umkreise diese Aporien und strebe danach, sie (zumindest vorübergehend) aufzulösen. Und zwar durch die Einführung vermittelnder Figuren oder Begriffe, die diese Gegensätze ausgleichen können. Ein einfaches Beispiel hierfür wären der Ash-boy bzw. das Aschenbrödel, die zwischen den Gegensätzen häßlich/schön, ungeliebt/geliebt, arm/reich vermitteln.4 Lévi-Strauss sieht in diesem mythischen Verfahren einen "Universalmodus", mit dessen Hilfe die Gegebenheiten der (beunruhigenden) sinnlichen Erfahrung organisiert werden können. Zentrale Probleme des mythischen Systems sind nach Lévi-Strauss die Vermittlung der Gegensätze von Natur und Kultur, Himmel und Erde sowie die Mediation von Tod und Leben, die in ursprünglichen Kulturen besonders am Gegensatz von Landwirtschaft und Jagd virulent wird.5 In immer neuen Anläufen arbeitet sich das mythische Denken an diesen Gegensätzen ab, bis die intellektuelle Triebkraft verbraucht ist, die den Gegensatz in die Welt gebracht hat.